Neckenmarkt markiert einen klimatischen, wie auch geologischen Schnittpunkt zwischen Österreich und Ungarn, einen Wechsel zwischen Ost und West. Vom Westen her kommen trockene und kühle Winde über unsere Weinberge, der Osten hingegen ist offen zur warmen pannonischen Tiefebene. Alpines Gestein, wie Schiefer, Gneis oder Kalk bestimmen die Bodenstruktur der höher gelegenen Lagen in Neckenmarkt, die auf bis zu 500 Meter Seehöhe reichen. In den Tieflagen gen Osten überwiegt schwerer, gesättigter Lehm-, Löss- oder Ton den Boden, mit sandigen und vulkanischen Elementen. Diese vielen Variationen an geologischer und klimatischer Vielfalt prägen die Weine und die Menschen, die sie entstehen lassen. Es ist ein wirklich guter Ort für den Weinbau und das weiß man schon seit langer Zeit.
Blaufränkisch ist als rote Leitsorte der unmittelbare Transmitter der Region, das Flaggschiff und das direkte Verständnis des Weins aus dem Mittelburgenland. Jedoch wollte ich schon immer tiefer in die Geschichte unserer Vorfahren graben, auch Dinge hinterfragen. Auf der Suche wird man auch fündig und so bewirtschafte ich inzwischen einige der ältesten Weißweingärten der Region. Man stößt auf verwilderte Weingärten, die wieder kultiviert und mit alten Sorten, wie Furmint neu bepflanzt werden.
Bei all den verschiedensten Bedingungen ist es mir wichtig, eben diese möglichst genau herausarbeiten zu können, den Wein nach der jeweiligen Herkunft zu interpretieren. Burgenländischen Wein, in all seiner Vielfalt, mit Eigensinn und klarer Betonung der außergewöhnlichen Bedingungen zu keltern,
Stefan D. Wellanschitz